Record-Pool-Version oder eigener DJ-Edit: Wann lohnt sich eine maßgeschneiderte Version?
Dein Publikum will einen bestimmten Song, aber keine Version passt in dein Set: kein Intro zum Reinmischen, falsches Tempo, der Höhepunkt kommt zu spät. Hier erfährst du, wann die Version aus dem Record Pool reicht, wann du selbst schneiden kannst und wann sich ein eigener Edit lohnt. Dazu eine Checkliste, die deinem Produzenten hilft, den ersten Entwurf gezielt auf dein Set abzustimmen.
Das Problem: Der Song ist da, aber er passt nicht ins Set
Jeder DJ kennt den Moment: Der Song, auf den alle warten, startet direkt mit Gesang, läuft mit 100 BPM in einem House-Set oder braucht drei Minuten bis zum Refrain. Manche Original-Versionen haben kein langes Intro oder Outro zum Mixen.
Dafür gibt es drei Wege: eine fertige DJ-Version aus einem Record Pool, ein eigener Schnitt in deiner DJ-Software oder ein Edit, der für dich produziert wird.
| Weg | Passt, wenn … | Grenzen |
|---|---|---|
| Record-Pool-Version | es eine DJ-Fassung gibt, die zu deinem Set passt | Auch andere DJs können dieselbe Version nutzen |
| Eigener Schnitt in der DJ-Software | du nur ein Intro verlängern oder eine Strophe überspringen willst | Live-Eingriffe kosten Aufmerksamkeit im Set; größere Änderungen brauchen zusätzliche Vorbereitung |
| Maßgeschneiderter Edit | keine Version passt oder du etwas Eigenes willst | Kostet Geld und braucht Vorlauf bis zum Gig |
Wann die Record-Pool-Version reicht
Record Pools sind Abo-Dienste für DJs. Dort gibt es viele bekannte Songs in DJ-tauglichen Fassungen, zum Beispiel mit Intro und Outro, als Extended Version oder als Clean-Version. Für die meisten Standards ist das der schnellste Weg.
- Es gibt eine Version mit mixbarem Intro und Outro
- Tempo und Groove passen zu deinem Set
- Der Song soll einfach laufen, nicht besonders klingen
- Es ist egal, dass andere DJs dieselbe Version spielen
Wann ein eigener Schnitt reicht
Viele DJ-Programme bieten Loops, Hot Cues und Stem-Funktionen. Damit kannst du im Set selbst ein Intro verlängern oder eine Strophe überspringen. Das reicht, wenn du nur kleine Änderungen brauchst und den Song gut kennst.
Die Grenze: Loops und Hot Cues ändern vor allem den Ablauf. Für einen neuen Groove oder eine andere Instrumentierung brauchst du zusätzliche Bearbeitung. Und jeder Live-Eingriff kostet dich im Set Aufmerksamkeit.
Wann sich ein maßgeschneiderter Edit lohnt
- Keine verfügbare Version hat ein mixbares Intro oder Outro
- Der Song soll in einem anderen Tempo oder Genre laufen, zum Beispiel ein Pop-Klassiker als House-Version
- Der Song braucht mehr Energie für die Peak Time
- Du willst eine Version, die sonst keiner im Plattenkoffer hat
- Du brauchst eine Fassung für einen bestimmten Moment, etwa auf einer Hochzeit oder einer Firmenfeier
Drei Fragen vor der Entscheidung
- Wie oft spielst du den Song? Ein Song, der jedes Wochenende läuft, ist eine eigene Version eher wert als ein einmaliger Wunschtitel.
- Was genau stört dich an den vorhandenen Versionen? Wenn es nur das Intro ist, reicht vielleicht ein kurzer Edit statt eines Remixes.
- Wo im Set läuft er? Opener, Peak Time oder Ausklang brauchen verschiedene Längen und Energie.
Checkliste: Was dein Produzent für den Edit braucht
Je genauer du beschreibst, wofür du die Version brauchst, desto näher ist schon der erste Entwurf an deinem Ziel. Bereite diese Punkte vor:
- Den Song als hochwertige Datei, legal gekauft (WAV oder gute MP3)
- Wo der Song im Set läuft: Opener, Peak Time, Ausklang oder ein besonderer Moment
- Dein Ziel-Tempo und das Genre deines Sets
- Wie lang Intro und Outro sein sollen, am besten in Takten
- Was raus darf: lange Strophen, ruhige Zwischenteile
- Was auf keinen Fall fehlen darf: Refrain, eine bestimmte Zeile, ein Instrument
- Ein oder zwei Referenz-Tracks, die zeigen, wie es klingen soll
- Den Termin deines nächsten Gigs, an dem du den Edit spielen willst
Wichtig: Edits sind nur für dein Set
Ein Edit oder Remix eines fremden Songs ist für dein eigenes DJ-Set gedacht. Er wird nicht veröffentlicht, verkauft oder weitergegeben. Die Rechte am Original bleiben bei den Rechteinhabern. Für eine Veröffentlichung bräuchtest du deren Freigabe.
Das ist kein Rechtsrat. Wenn du unsicher bist, lass dich beraten.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Edit und Remix?
Ein Edit verändert die Struktur des Originals: Länge, Intro, Outro, Breaks. Der Song bleibt erkennbar derselbe. Bei einem Remix entsteht ein neuer Track mit neuem Fundament und neuem Groove.
Lohnt sich ein eigener Edit für einen einzigen Gig?
Wenn der Song für diesen Abend wichtig ist, etwa als Höhepunkt einer Hochzeit, oft ja. Für einen Song, der nur nebenbei läuft, reicht meist die Pool-Version.
Kann ich den Edit veröffentlichen oder verkaufen?
Nein. Edits fremder Songs sind nur für dein eigenes Set. Für eine Veröffentlichung bräuchtest du die Freigabe der Rechteinhaber.
Was kostet ein DJ-Edit?
Das hängt vom Umfang ab: Ein neues Intro und Outro ist schneller gemacht als ein kompletter Remix in einem anderen Genre. Bei Hirte Music bekommst du nach dem kostenlosen Erstgespräch einen Festpreis inkl. MwSt.