Playback und Medley für deinen Auftritt: Was dein Produzent wissen muss und wie du richtig probst
Ein eigenes Playback, ein Medley oder ein Show-Intro wird so gut wie die Infos, die du deinem Produzenten gibst. Hier erfährst du, was du vorher klären solltest, damit der erste Entwurf schon nah dran ist, und wie du die fertigen Dateien so probst, dass auf der Bühne nichts mehr überrascht.
Warum ein gutes Briefing Zeit und Nerven spart
Ein Playback von der Stange bietet eine vorgegebene Fassung. Ein Playback, das für dich entsteht, richtet sich nach deiner Stimme, deinem Programm und deiner Bühne. Dafür muss dein Produzent wissen, wie du singst und wie dein Auftritt abläuft. Je mehr davon vor der Produktion klar ist, desto weniger musst du später korrigieren.
| Thema | Was du klärst | Warum es wichtig ist |
|---|---|---|
| Songliste | Titel und Reihenfolge | Bestimmt Umfang und Übergänge |
| Tonart | höher, tiefer oder wie das Original | Du singst entspannt, auch am Ende des Abends |
| Länge | komplett oder gekürzt | Passt zur Dauer deines Programms |
| Backing Vocals | mit, ohne oder als eigene Spur | Klingt voll, ohne dich zu übertönen |
| Technik | Abspielgerät und Dateiformat | Die Dateien laufen auf deiner Anlage |
Tonart: Sing den Song einmal mit dem Original
Die wichtigste Frage ist die Tonart. Wenn du sie nicht kennst, ist das kein Problem: Sing den Song zum Original und achte darauf, wo es eng wird. Ist der Refrain zu hoch oder die Strophe zu tief? Dann sag deinem Produzenten, ob es höher oder tiefer sein soll, und schick ihm am besten eine kurze Handy-Aufnahme, auf der du dazu singst.
Plane die Tonart für den Auftritt, nicht für den ausgeruhten Nachmittag: Am Ende eines langen Abends klingt die Stimme anders als bei der ersten Probe.
Länge, Tempo und Ablauf
Nicht jeder Song muss in voller Länge laufen. Kläre vorher:
- Soll der Song komplett laufen oder gekürzt werden, zum Beispiel ohne dritte Strophe?
- Passt das Tempo, oder soll es etwas schneller oder ruhiger sein?
- Brauchst du ein längeres Vorspiel, um auf die Bühne zu kommen oder das Publikum zu begrüßen?
- Wie soll der Song enden: ausblenden, harter Schluss oder direkt in den nächsten übergehen?
Backing Vocals: mit, ohne oder getrennt?
Backing Vocals machen ein Playback voller und näher am Original. Sie können aber stören, wenn sie zu laut sind oder Stellen doppeln, die du selbst singst. Am flexibelsten bist du, wenn du die Backing Vocals als eigene Spur bekommst. Dann kannst du sie je nach Technik und Raum lauter oder leiser machen.
Medley: Reihenfolge und Übergänge
Ein Medley lebt von den Übergängen. Damit es durchläuft, braucht dein Produzent diese Infos:
- Die Songs in der Reihenfolge, in der du sie singen willst
- Welche Teile pro Song: nur Refrain, Strophe und Refrain oder der ganze Song
- Die gewünschte Gesamtlänge des Medleys
- Stellen zum Mitsingen oder Mitklatschen, die länger laufen dürfen
- Ob die Tonart zwischen den Songs wechseln darf oder durchgehend gleich bleiben soll
Show-Intro: dein Auftritt beginnt vor dem ersten Ton
Ein Show-Intro baut Spannung auf und kündigt dich an. Kläre vorher, wie lang es sein soll, ob dein Name gesagt wird und wer spricht, und in welchen Song es übergeht. Dann passt das Intro in Tempo und Stimmung genau zu deinem ersten Titel.
Technik: Wie wird abgespielt?
Sag deinem Produzenten, womit du auf der Bühne abspielst und welche Dateien du brauchst. Die passenden Einstellungen hängen von deiner Technik ab, deshalb gibt es hier keine Standardlösung.
- Dein Abspielgerät oder deine Software
- Das gewünschte Dateiformat, zum Beispiel WAV
- Ob du einzelne Spuren brauchst, etwa Backing Vocals separat
- Ob zwischen den Songs Pausen für Ansagen bleiben sollen
Probe und Abnahme: so prüfst du den Entwurf
Wenn der erste Entwurf da ist, hör ihn nicht nur am Handy an. Prob ihn so, wie du später auftrittst:
- Mit deinem Abspielgerät und, wenn möglich, mit der Anlage, die du auf der Bühne nutzt
- Das komplette Programm am Stück, nicht nur einzelne Songs
- Auf Einsätze, Atemstellen und Übergänge achten
- Prüfen, ob die Tonart auch bei vollem Einsatz bequem bleibt
- Pausen für Ansagen oder Moderation testen
- Alle Änderungswünsche mit Zeitangabe notieren, zum Beispiel: 1:24 Backing Vocals leiser
Gesammeltes Feedback mit Zeitangaben ist für deinen Produzenten viel leichter umzusetzen als viele einzelne Nachrichten.
Wichtig: Nur für deine Auftritte
Playbacks und Medleys bekannter Songs sind für deine Live-Auftritte gedacht, nicht zum Veröffentlichen, Verkaufen oder Weitergeben. Die Musiknutzung bei Veranstaltungen meldet in der Regel der Veranstalter bei der GEMA an.
Das ist kein Rechtsrat. Wenn du unsicher bist, lass dich beraten.
Häufige Fragen
Ich kenne meine Tonart nicht. Ist das ein Problem?
Nein. Sing den Song zum Original und sag, ob er höher oder tiefer sein soll. Eine kurze Handy-Aufnahme hilft deinem Produzenten am meisten.
Kann ich nach der Probe noch Änderungen wünschen?
Ja, dafür ist der erste Entwurf da. Am besten sammelst du alle Wünsche mit Zeitangabe und schickst sie zusammen.
Was ist der Unterschied zu einem fertigen Karaoke-Playback?
Ein fertiges Karaoke-Playback bietet eine vorgegebene Fassung. Bei einer individuellen Produktion stimmen wir Tonart, Länge, Ablauf und Backing Vocals auf deinen Auftritt ab.
Was kostet ein Playback oder Medley?
Der Aufwand hängt unter anderem von der Zahl der Songs, der Länge und den gewünschten Anpassungen ab. Bei Hirte Music bekommst du nach dem kostenlosen Erstgespräch einen Festpreis inkl. MwSt.